... eine tagebuchdokumentation aus dem auslandseinsatz der bundeswehr in afghanistan, mit
rückblenden in wort und schrift, sowie annotationen, stimmen der
presse, der bundeswehr und anderen in loser reihenfolge.
mit dem wandel in der bundeswehr dürfen seit 1994 deutsche soldaten im
rahmen ihrer tätigkeit auch im ausland für kampfeinsätze verwendet
werden. dies bringt völlig neue tätigkeitsfelder und anforderungen mit
sich.
jedes persönliche erleben erzeugt eine sehr subjektive wahrnehmung von
abläufen, ereignissen usw.; in extremsituationen umso mehr. soldaten,
die auch jetzt wieder aktuell in auslandseinsätzen der bundeswehr
verwendet werden, befinden sich sicher in einer solchen. sie werden
täglich konfrontiert mit gefahr, tod, entbehrung und leid im jeweiligen
einsatzland.
das ganze dient zur wahrung und sicherung des friedens und letztendlich
zur sicherheit des eigenen landes, so die politische rechtfertigung für
die entsendung der streitkräfte.
je nach persönlichkeitsstruktur verarbeitet der einzelne seine
erlebnisse mehr oder weniger gut und auf unterschiedliche art und
weise. manches wird verschüttet. manches jedoch taucht wieder auf, weil
es nur in irgendeiner kiste wartet, um die erinnerung wach zu rufen an
das erlebte. die aufzeichnungen aus dem einsatz, ebenso wie die
rückblenden im nachhinein sind aus dieser individuellen wahrnehmung von
diesem soldaten entstanden und eine ganz persönliche darstellung, bzw.
eine momentaufnahme des erlebten. eine verallgemeinerung soll und kann
daraus nicht abgeleitet werden. was allerdings ablesbar wird, ist, daß
sich soldaten, insbesondere berufssoldaten – die sich in der regel
berufslebenslang ihrem einzigen dienstherrn (bundesrepublik
deutschland) verpflichten – mit sehr existentiellen fragen
auseinandersetzen müssen. sie leben und arbeiten in einer ganz eigenen
welt und hinter dicken kasernenmauern. von dort dringt nur selten etwas
an die öffentlichkeit. wahrgenommen wird nur das probagierte, das
kritisierte oder das politisch und strategisch gewünschte. wie auch
immer, über die armee als institution lesen, hören oder sehen wir
täglich und bilden uns eine meinung. doch jeder einzelne der vielen
tausend soldaten, die im namen deutschlands ihren dienst verrichten,
hat seine eigene geschichte, eine geschichte, die so individuell ist,
wie die von jedem von uns. einer dieser menschen ist der autor dieses
buches...